Seit kurzem stellt sich das IFN der Aufgabe der Erarbeitung von nachhaltigen Konzepten zur ganzheitlichen mobilen Aufzucht und Haltung von Zweinutzungshühnern als Demonstrationsprojekt im Land Brandenburg. Um der steigenden Nachfrage nach regionalen, ressourcen- und tierschonend produzierten tierischen Erzeugnissen zu begegnen, werden alternative Zucht- und Haltungskonzepte erprobt und wissenschaftlich begleitet. Dabei soll ein geschlossenes System von der Aufzucht (weibliche sowie männliche Küken) bis zur Schlachtung geschaffen werden. Hierbei sollen der Mehrnutzen von Ressourcen sowie ein respektvoller Umgang mit dem Lebewesen Huhn im Fokus stehen.
Mobile Stallhaltungssysteme für Geflügel bieten Chancen aber auch Risiken für Tierwohl, Nachhaltigkeit, Vermarktung und die gesellschaftliche Akzeptanz. Diese werden mit geeigneten Indikatoren mit einem kontinuierlichen Monitoring erfasst und ausgewertet. Die gewonnen Erkenntnisse werden mit den Ergebnissen vergleichbarer Projekte verglichen und diskutiert. Die Projektergebnisse werden als Handlungsempfehlungen für die Praxis bereitgestellt. Damit kann ein Haltungsverfahren etabliert werden, was den Kontakt zwischen der Nutztierhaltung und dem Verbraucher fördert und gleichzeitig das Angebot regionaler Wertschöpfung verbessert. Dieses Modelprojekt soll darüber hinaus als Beispiel für ein geschlossenes System gesehen werden und für Landwirten und der Bevölkerung als Begegnungsstätte dienen.
Für den Model- und Demonstrationsbetrieb stehen derzeit drei Mobilställe zur Haltung von Zweinutzungshühnern zur Verfügung, welche sukzessive für die Haltung verschiedener Gruppen (Legehennen, Bruderhähne, div. Rassen) sowie im Vergleich zu konventionellen Legerassen getestet werden. Bei eigener Brut und Aufzucht werden die weiblichen Tiere zur Eiproduktion genutzt, während die männlichen Tiere nach Erreichen der Schlachtreife unter Nutzung des registrierten Geflügelschlachtmobils geschlachtet werden.